Sparkasse Fürth - Filialnetzanalyse

Sparkasse Fürth - Filialnetzanalyse

Versiegende Ertragsströme zwingen die Sparkassen zu einem radikalen Umdenken und zu weitreichenden Konsolidierungsmaßnahmen. Hier ist bei den flächendeckend operierenden Instituten vor allem der stationäre Vertrieb herauszuheben, wobei diese Grundstrategie immer wieder überdacht wird. Wichtig dabei ist, dass die Präsenz der Sparkassen in der Fläche einen der wesentlichsten Wettbewerbsvorteile der Sparkassenorganisation darstellt. Gleichzeitig aber führt die hohe Flächenpräsenz zu einer außerordentlich hohen Kostenbelastung.

Ausgangslage:
Es gilt somit umso mehr alle Vertriebskanäle – und damit auch das Geschäftsstellennetz – zielgerichtet an die Kundenbedürfnisse der heutigen Zeit und vor allem der Zukunft anzupassen.

Der Auftrag:
Die Sparkasse Fürth sieht sich neben den allgemeinen Herausforderungen im stationären Vertrieb auch einer immer stärker werdenden Veränderung der Kundenfrequenzen im eigenen Geschäftsgebiet gegenübergestellt. Gerade diese hohe Dynamik war für die Sparkasse der Anlass in Zusammenarbeit mit der snc Bayern das aktuelle Filialnetz auf dessen Zukunftsfähigkeit hin zu untersuchen und an zukünftige Veränderungen anzupassen. In diesem Rahmen sollte für ausgewählte Standorte eine aussagekräftige Expertise erstellt werden, die dem Vorstand eine objektive Entscheidungsgrundlage für weitere Umsetzungen bieten soll.

Die Vorgehensweise:
Die Basis des Projektes Filialnetzanalyse stellte neben der quantitativen Bewertung der einzelnen Standorte auch der sog. GS-Optimizer dar. Dieses Zusammenspiel ermöglicht es, über einheitliche und dadurch objektive Bewertungsverfahren ein zukunftsfähiges Filialnetz zu entwickeln, das sich an der Strategie der Sparkasse orientiert.
Neben den betriebswirtschaftlichen Aspekten gilt es daher vor allem auch soziodemografische und sozioökonomische Rahmenbedingungen bei einer Überprüfung des stationären Vertriebsangebotes zu berücksichtigen. Häufig bedingen gerade diese Größen das Entstehen oder Abwandern des Einzelhandels in ländlichen Gebieten. Von diesen Veränderungen ist derzeit auch stark die Stadt Fürth betroffen. Neben der betriebswirtschaftlichen Analyse standen somit auch die Berücksichtigung der Kundenorientierungen und -potenziale bei der Standortbewertung im Fokus. In einem weiteren Schritt wurde über sog. verbalisierte Paarvergleiche die Strategie der Sparkasse abgefragt. Über dieses Vorgehen war es den Entscheidungsträgern der Sparkasse Fürth schnell möglich, eine konsistente Gewichtung der bewertungsrelevanten Standortfaktoren festzulegen.

Des Weiteren wurden über ein standardisiertes Bewertungsverfahren sämtliche Standorte im Geschäftsgebiet der Sparkasse Fürth miteinander verglichen und auf einer einheitlichen Basis bewertet. Die daraus resultierenden Ergebnisse waren die Grundlage für die Weiterverarbeitung mit dem Analyse-Tool GS-Optimizer. Diese Softwarelösung ermöglicht die Verzahnung der kennzahlenorientierten Analyse mit der geografischen Sicht auf das Geschäftsgebiet. Der GS- Optimizer der snc Bayern erstellt dabei unter Verwendung einer maximal zulässigen Entfernung – gemessen in Straßenkilometern - zur jeweils nächstgelegenen Geschäftsstelle ein optimiertes Filialnetz, das zudem die zuvor festgelegte Strategie der Sparkasse berücksichtigt. Gleichzeitig liefert das Instrument aber auch klare Argumente und zeigt, wo Geschäftsstellen redundant vorgehalten werden bzw. zur Abdeckung des Geschäftsgebietes nicht erforderlich sind. Diese Aussagen sind gerade im politischen Entscheidungsprozess oft von großer Bedeutung, wie die Erfahrung aus Projekten zusammen mit mehreren Sparkassen bereits gezeigt hat.

Neben der bisher rein quantitativen Sicht auf die Geschäftsstellen ist es unerlässlich auch die „weichen“ Standortfaktoren am jeweiligen Standort zu bewerten. Um diese Faktoren analysieren zu können, fand in Zusammenarbeit mit der Sparkasse eine Standortbesichtigung statt. In diesem Rahmen konnte die Außenwirkung der Geschäftsstellen und der Betrachtungswinkel aus Sicht eines Kunden mit in die Bewertung der jeweiligen Standorte einfließen. Zusammen mit der Identifikation möglicher Standortalternativen konnten diese „weichen“ Faktoren die Bewertung der Standorte abrunden. In einem weiteren Schritt erarbeitete die snc Bayern für jede Geschäftsstelle ein aussagefähiges Management Summary (siehe unten) und entwickelte neben konkreten Vorschlägen zu den einzelnen Standorten auch innovative Standortkonzepte für das Geschäftsgebiet der Sparkasse Fürth. Hier gilt es z.B. Ansätze zur Steuerung von Öffnungszeiten und mögliche Kooperationen im Bereich der SB-Technik mit Konkurrenzbanken herauszuheben.

Die Ergebnisse der snc Bayern konnten somit zu einer objektiven und für Dritte nachvollziehbaren Entscheidungsgrundlage für den Vorstand beitragen. Somit war für die Sparkasse eine schnelle Argumentationsbasis gegenüber politischen Trägern erarbeitet und im Anschluss eine stringente und zielgerichtete Umsetzung möglich.

Die Sparkasse Fürth hat mit der Filialnetzanalyse der snc Bayern einen klaren Schritt in Richtung Zukunft getan. Sie hat damit die Grundlage für eine Anpassung des Filialnetzes an immer dynamischer werdende Kundenströme geschaffen. Dies ermöglicht ihr neben Kosteneinsparungen auch eine weiterhin hohe und zielgerichtete Präsenz in der Fläche und eine starke Wettbewerbsposition.