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Die Deutsche Servicegesellschaft für Finanzdienstleister (DSGF) agiert für die Sparkassen auch als Outsourcing-Partner für den Bereich Passiv/Dienstleistungen. Zusammen mit der snc Bayern wurde ein umfassendes Vorgehensmodell entwickelt. Mit einem deutlich erweiterten Portfolio im stark umkämpften Markt ist dies ein entscheidender Schritt hin zum Fullservice-Anbieter |
Die DSGF ist im Themenfeld Zahlungsverkehr für viele Sparkassen gesetzter Dienstleister. Da ein immer stärkerer Trend vom Spezialanbieter zum Allrounder erkennbar ist, wollten die DSFG-Geschäftsführer Klaus Clemens und Norbert Baumgärtner ihr Portfolio rund um den Passiv-/Dienstleistungsbereich ausweiten, um zusammen mit dem Inlands- und Auslandszahlungsverkehr und dem Scanning für das elektronische Archiv den Sparkassen ein umfassendes Dienstleistungsangebot anbieten zu können.
Um die Sparkassen künftig auch bei einer Entscheidung über eine mögliche Auslagerung oder -gliederung zu unterstützen, benötigte die DSGF ein Vorgehensmodell. Dieses sollte die individuelle Ausgangssituation und strategische Ziele der jeweiligen Sparkasse berücksichtigen sowie einen idealtypischen Projektablauf und ein mögliches Übergangsszenario inklusive der Lösung von Folgethemen aufzeigen.
Auf Basis vor allem von Modell P hat die snc Bayern die Gesellschaft mit ihrer Kenntnis sowohl vieler vergleichbarer Projekte als auch der IT-Landschaft der Sparkassen unterstützt. Die snc Bayern übernahm mit Prof. Dr. Marcus Riekeberg als externem Projektleiter und Bernd Pfreundschuh als stellvertretendem Projektleiter die Projektorganisation und -steuerung sowie die Zusammenführung und den Abgleich der Arbeitspakete.
Das Projekt gliederte sich insgesamt in drei Arbeitspakete. Arbeitspaket 1 umfasste die konkrete Definition eines potenziellen Leistungsspektrums der DSGF und den Abgleich dessen mit möglichen Sparkassen-Anforderungen auf Basis der Standard-Produktpalette, dem aktuellen Standard der Finanz Informatik und der standardisierten Prozesse des DSGV (Orientierung an Modell P etc.). Zudem sollte ein Vorgehensmodell für den Abgleich des Standardangebots mit den individuellen Leistungsanforderungen erarbeitet werden. Für den Fall von Abweichungen vom Standard unterstützt ein festgelegtes Verfahren entweder die Annäherung an Standardprozesse oder zeigt die Konsequenzen der Abweichung (z. B. höhere Prozesskosten) auf.
Das Arbeitspaket 2 stand ganz im Zeichen des Vertriebs. Hier ist eigens für die DSGF ein Rechenmodell für einen Wirtschaftlichkeitsvergleich zur Unterstützung der „Make-or-buy-Entscheidung“ der Sparkassen gestaltet worden. Zudem wurde auf Basis von definierten Zielgruppen ein Kommunikationskonzept mit einer Argumentationsunterstützung gegenüber betroffenen Mitarbeitern und Aufsichtsgremien erarbeitet. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die Lösungsalternativen für die Folgeaufgaben nach einem Outsourcing, wie z. B. die Steuerung des Dienstleisters, die Positionierung des Release-Managements und der damit verbunden Administration von OSPlus innerhalb der DSGF.
Arbeitspaket 3 beinhaltete Vorgehensmodelle für die Implementierung einer partiellen oder totalen Ausgliederung/-lagerung an die DSGF (mit Musterzeitplänen) und idealtypische Projektabläufe für den Outsourcing-Prozess. Dabei wurden sowohl die im Vorfeld eines Outsourcings zu berücksichtigenden internen Prozesse und Schnittstellen bei den Sparkassen betrachtet als auch mögliche Überleitungs-Szenarien entwickelt, z. B. stufenweise Überleitung, Ausgliederung inkl. neuem Standort, Auslagerung mit und ohne Personalübernahme.
Auf Basis der Standardproduktpalette der Sparkassen und des DSGV-Projektes Modell P ist ein detaillierter Leistungskatalog mit allen für die Marktfolge Passiv-/Dienstleistungen relevanten Produkten gestaltet worden. Der Leistungskatalog ist analog Modell P in nachfolgende Kategorien aufgeteilt:
Zu jeder dieser einzelnen Kategorien sind die entsprechenden Produkte und Teilprodukte definiert worden. Darüber hinaus wurden sonstige Servicetätigkeiten sowie die Tätigkeiten im Rahmen der internen Beratung (Hotline) beschrieben. Die bisherigen Service-Level-Agreements der DSGF wurden an die Erfordernisse der Marktfolge Passiv-/Dienstleistungen angepasst. Basis bildete hier u.a. das DSGV-Projekt „Dienstleistersteuerung“. Das in diesem Rahmen notwendige Reporting wurde überarbeitet und angepasst.
Auf Basis der eruierten Arbeitszeiten hat die DSGF entsprechende Preise für die einzelnen Leistungsprodukte abgeleitet. Um diese Preisindikation auch im Vertrieb der DSGF nutzen zu können, entwickelte die snc Bayern ein Tool, das zum einen für die Sparkasse eine erste Preistransparenz bietet, zum anderen der DSGF eine nachvollziehbare Kosten-/Nutzenbetrachtung unterschiedlicher Outsourcingmodelle ermöglicht. Dieser Outsourcing-Analyzer lässt somit auf Grundlage der IST-Kosten der Sparkasse, des individuellen Mengengerüsts und der Referenz- und Erfahrungswerte der snc Bayern Aussagen zu den tatsächlichen IST-Kosten (Personal- und Sachkosten), zu den Kosten nach einer Eigenoptimierung und zu den Kosten eines Outsourcing zur DSGF zu.

Ausgehend vom erarbeiteten Leistungskatalog sind die einzelnen Leistungen der DSGF in Kategorien und Umsetzungspakete zusammengefasst und die Abhängigkeiten der einzelnen Kategorien dargestellt worden. Die Umsetzungspakete konnten sowohl für ein Teiloutsourcing als auch für ein vollumfängliches Outsourcing eingesetzt werden.
Mittlerweile werden von Sparkassen die Dienstleistungen rund um das Wertpapiergeschäft und das Beauftragtenwesen immer stärker nachgefragt und bilden nicht selten Eintrittsprodukte für ein Outsourcing im Passiv-/Dienstleistungsbereich. Vor allem die Themen Geldwäsche-Prävention, Betrugsprävention und die Umsetzung der Mindestanforderung Compliance stellen kleine und auch mittlere Sparkassen vor größere Probleme. Dies hat die DSGF erkannt und hat ihr Produktportfolio auch in diesen Bereichen erweitern. Insbesondere die Kombination von Scandienstleistung, Wertpapiermarktfolge und Compliance-Tätigkeiten bieten den Sparkassen enorme Synergiepotenziale.
Die Standardisierung und die hohen Stückzahlen im Massengeschäft des Passiv-/Dienstleistungsbereichs erlauben es einem Unternehmen wie der DSGF, deutlich prozesseffizienter und günstiger zu arbeiten als kleinere Einheiten, wie etwa die Marktfolgeeinheit einer einzelnen Sparkasse oder ein Zusammenschluss von kleinen oder wenigen Instituten – und auch effizienter und günstiger als Dienstleister, die ihr Angebot nicht an die Standards des DSGV und der Finanz Informatik angepasst haben. Bei der DSGF kann zuverlässig und konstant Top-Knowhow abgerufen werden - gerade bei Themen wie Mahn-, Drittpfändungs- und insbesondere der Erbfallbearbeitung. Die ersten Mandanten werden in diesem Bereich bereits erfolgreich produziert und betreut.